Neben Tätigkeiten im Projektmanagement standen im Teilprojekt MeWiKo-ZBW im bisherigen Projektverlauf die Vorbereitung und Durchführung bibliometrischer und altmetrischer Analysen im Vordergrund. Die für den Großteil der weiteren Vorhaben in AP1 benötigten Datenquellen KB-Datenbank, Altmetric.com und Crossref wurden erschlossen, Skripte in PHP und Perl zur Weiterverarbeitung der Rohdaten angelegt. Embargomail-Daten wurden für erste bibliometrische und altmetrische Analysen herangezogen, statistische Untersuchungen mittels R durchgeführt. Im Folgenden werden einige erste Ergebnisse beschrieben.

Embargomails haben sich bezüglich der Identifikation genannter wissenschaftlicher Artikel als schwer zu handhabende Datenquelle erwiesen – Identifier wie DOIs werden explizit nur sehr selten genannt, Metadaten (wie Titel) der Artikel sind häufig nur vorläufig, der Detailgrad variiert dazu stark zwischen den die Mails versendenden Verlagen.

Hinsichtlich ihrer Impact-Metriken konnten in einem Treatment-Control-Design für Artikel mit DOI-Nennungen in Embargomails erhebliche Vorteile gegenüber Artikeln mit übereinstimmenden Journalen und Veröffentlichungszeitpunkten aber ohne Embargomail-Nennung festgestellt werden. Sehr starke Effekte hat die Nennung eines Artikels in einer Embargomail auf die erwarteten Anzahlen späterer Erwähnungen in Mainstream-Medien und Blogs, starke Effekte auf Nennungen in den sozialen Medien Twitter und Facebook, mittlere Effekte auf spätere Web of Science-Zitationen und Mendeley-Leserzahlen. Statistisch ebenfalls signifikante aber schwächere positive Effekte ließen sich auch bezüglich Erwähnungen auf Youtube, Wikipedia und Reddit feststellen, es sei aber angemerkt, dass auch unter in Embargomails promoteten Artikeln der Großteil (>80%) keinerlei Nennungen auf diesen Portalen erfährt.

Als weiteres Ergebnis der Analyse von Embargomails lässt sich festhalten, dass deren überwältigende Mehrheit sich auf Journale aus den Lebenswissenschaften bezieht (ca. 80%). Übrige vertretene Journale sind überwiegend multidisziplinär, andere Disziplinen nicht oder kaum präsent.

Eine Veröffentlichung der Ergebnisse aus der Embargomail-Analyse befindet sich derzeit unter Begutachtung.

Gegenüber der ursprünglichen Vorgehensplanung aus dem Antrag lässt sich erkennen, dass Disziplinen-übergreifende Vergleiche, insbesondere auf quantitativer Ebene, aufgrund der Datenlage nur mit Einschränkungen durchgeführt werden können. Zumindest in Embargomails finden Fachrichtungen abseits der Lebenswissenschaften nur in äußerst geringem Ausmaß statt. Ob diese Problematik auch für andere Kanäle externer Wissenschaftskommunikation gilt, soll als nächstes mit Datensätzen aus Pressemitteilungen der Dienste IDW-Online und EurekAlert überprüft werden.

Im Laufe des Projekts wurde bekannt, dass ein Forschungsvorhaben um Dr. Timothy D. Bowman (Wayne State University) und Dr. Saeed-Ul Hassan (Information Technology University) sich ebenfalls mit Pressemitteilungen im Kontext wissenschaftlicher Leistungsmessung beschäftigt. Aus dem Projekt MeWiKo wurde Kontakt zu den internationalen Kollegen hergestellt und sich auf eine Kollaboration verständigt.